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The evolution of corporate law: a cross-country comparison
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2002
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Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der historischen Entwicklung der Gesetzgebung zum Aktienrecht (1807-2000) als ein Faktor für die Leistung von Unternehmen und das Funktionieren von Kapitalmärkten. Die Gesetzesänderungen können als Indikatoren für die Veränderungen der allgemeinen Rahmenbedingungen verfolgt werden. Dazu gehören Veränderungen im Verhältnis Aktiengesellschaft-Staat, die Verteilung der Kontrollrechte zwischen den verschiedenen Beteiligten am Schicksal einer Aktiengesellschaft oder Veränderungen der Verantwortungsverhältnisse. Die Untersuchung zeigt auf, dass die eigentliche Herausforderung für das Aktienrecht – einschließlich der Rechtspraxis – komplexer ist als bisher in der einschlägigen Literatur vermutet. Jenseits des oft einseitig betrachteten “principal-agent”-Problems rückt insbesondere die der Aktiengesellschaft zugestandene Flexibilität zur Anpassung an eine sich rasend schnell entwickelnde Geschäftswelt in den Mittelpunkt. Rechtsvergleichend lässt sich somit feststellen, dass die Hauptunterschiede zwischen den verschiedenen Rechtssystemen weniger im rechtlichen Schutzumfang von “property rights” liegt, sondern vielmehr in ihrem Einfallsreichtum hinsichtlich von Lösungen, um die inhärente Spannung zwischen rechtlichen Kontrollstrukturen und wirtschaftlicher Flexibilität zu überwinden.