Zeitschrift für Angewandte Entomologie · 1972 · 26 citations · 10 references
Life SciencesBiologyEcologyInsect EcologyParasite EcologyParasitologyInsect Outbreak EcologyInsect Population DynamicsParasite DistributionParasitoid EcologyPest DynamicsPest EcologyClimate Effects On Pest DynamicsClimate Effects On Pest OutbreaksClimatic Drivers Of OutbreaksHost-plant Effects On Population DynamicsInsect Outbreak PatternsParasitismPest Outbreak DynamicsPest Outbreak Ecology
Abstract This paper describes the taxonomy, geographical distribution, biology, phenology and voltinism, diapause, ecology and population dynamics of C. cerasi. In Europe, the pear‐slug is a pest of secondary importance with cherry as principal host plant. Outbreaks occur at irregular intervals. In the beginning of an outbreak in the Alsace the species was mainly bivoltine, with a small univoltine intermediate generation, but there occurred a gradual shift in the course of the gradation towards a predominance of the intermediate generation, and also a shift from deuterotokous to thelytokous parthenogenesis. Climate and weather could not be shown to have a marked effect on the population dynamics of C. cerasi. Larval and cocoon parasitism were often important mortality factors and are considered as an efficient regulating mechanism, whilst egg parasitism was unimportant. There are indications that other, most likely intrinsic factors also contribute to the break‐down of outbreaks, because a high mortality due to unknown causes was observed in the larval and eonymphal stages in the retrogradation phase of an outbreak. Zusammenfassung Zur Biologie, ökologie und Populationsdynamik von Caliroa cerasi (L.) (Hym., Tenthredinidae) Die Arbeit gibt eine zusammenfassende Darstellung der taxonomischen Stellung, geographischen Verbreitung, Biologie, Phänologie, Diapause, ökologie und Populationsdynamik der Kirschenblattwespe. Die Generationsfolge von C. cerasi wird dadurch kompliziert, daß zu den normalen zwei Generationen eine univoltine Intermediärgeneration hinzukommt. Die Zyklen sind nicht streng voneinander getrennt, d. h. sowohl aus der bivoltinen Population gehen Tiere in die Intermediärgeneration über als auch umgekehrt. Im Verlaufe einer Massenvermehrung im Elsaß wurde ein ständiges Anwachsen der Intermediärgeneration und ein entsprechender Rückgang der bivoltinen Population festgestellt. In Mitteleuropa ist C. cerasi teil deuterotok, teils thelytok parthenogenetisch. Am Anfang der Gradation im Elsaß wurden 1961 27% Männchen beobachtet; der Anteil der Weibchen nahm dann ständig zu, bis am Ende der Retrogradation 1966 die Population rein thelytok war. Experimentell konnte nachgewiesen werden, daß Kurztag die Diapause induziert, in der das Insekt als Eonymphe überwintert. Junglarven reagieren empfindlicher auf Kurztag als Altlarven, und mindestens drei Larvenstadien müssen ihm ausgesetzt werden, damit die Diapause ausgelöst wird. Umgekehrt kann sie vollständig unterdrückt werden, wenn sich sechs Larvenstadien bei Langtag entwickeln. Hohe Temperatur in Verbindung mit Kurztag verhindert die Diapause nicht. Damit wird sichergestellt, daß auch bei hohen Freilandtemperaturen die Intermediär‐ und Herbstgeneration Diapause‐Eonymphen ausbilden. Dagegen vermindert tiefe Temperatur die Wirkung von Langtag. Daraus erklärt sich, daß, in Abhängigkeit von den Temperaturverhältnissen im Freiland, ein wechselnder Anteil von Larven der ersten Generation Diapause‐Eonymphen ergibt. — Ein Brechen der einmal induzierten Diapause gelang nicht. Lagerung von Eonymphen bei + 8° C und bei — 12° C hatte keinen, bei + 3° C hatte sie eine geringe beschleunigende Wirkung auf den Ablauf der Diapause. Als Schädling ist die Kirschenblattwespe in Europa von untergeordneter Bedeutung, da sie im Intensiv‐Obstbau wegen ihrer großen Empfindlichkeit gegen Insektizide schon durch Bekämpfungsmaßnahmen gegen andere Schädlinge (z. B. die Kirschenfliege) an Massenvermehrungen gehindert wird, weshalb Gradationen nur in vernachlässigten Beständen vorkommen. Außerdem treten Schäden an der am häufigsten befallenen Wirtspflanze, der Kirsche, in Mitteleuropa erst nach der Ernte auf. Ausnahmen bilden selten vorkommende Gradationen in Baumschulen; dort kann eine direkte Bekämpfung erforderlich werden. Die Ursachen von Massenvermehrungen, die in unregelmäßigen Zeitabständen auftreten, sind unbekannt. Wegen der außerordentlichen Ortsstetigkeit der Imagines ist der Befall einzelner Bäume in einem Gradationsgebiet sehr unterschiedlich. Die Gradation derart isolierter Populationen auf Einzelbäumen ist in der Regel von kürzerer Dauer als die der Population im gesamten Befallsgebiet. Meist konzentriert sich der Befall auf den unteren, dem Wind abgewandten Kronenbereich. Klima und Wetter hatten keine oder nur geringe Wirkung auf die Populationsdynamik von C. cerasi. Ohne Bedeutung waren Eiparasiten ( Trichogramma sp.), dagegen bewirkten Parasiten von Larven und Eonymphen oft eine hohe Wirtssterblichkeit und werden als wirksame Begrenzungsfaktoren betrachtet. Von den Larvenparasiten Perilissus luteolator Grav., Rhinotorus congruens Hlgr., Eridolius rufonotatus Hlgr., Synomelix sp. und Vibrissina turrita Meig. waren die beiden erstgenannten am wirkungsvollsten mit hoher Konstanz und Abundanz. E. rufonotatus wurde nur bei Wien, V. turrita nur im schweizerischen Mittelland und im Elsaß in geringer Zahl gefunden. Synomelix sp. war zwar eine sehr konstante Art, aber trotz hoher Parasitierungswerte (bis über 90%) war sie von untergeordneter Bedeutung wegen einer außerordentlich hohen Einkapselungsrate der Parasiteneier und ‐larven im Wirt. Von den Kokonparasiten Aptesis abdominator Grav., A. nigrocinctus Grav. und Cleptes nitidulus Fabr. zeichneten sich besonders die beiden letztgenannten durch hohe Konstanz und Abundanz aus. A. abdominator ist ein Hauptparasit von Operophthera brumata L., und C. cerasi wird sicher nur zufällig angenommen. Im Elsaß und bei Waldshut im oberen Rheintal wurde gegen Ende der Gradation eine hohe Larven‐ und Eonymphensterblichkeit durch Vertrocknen der Tiere beobachtet, ohne daß dafür die Ursache bestimmt werden konnte. Eine Krankheit war nicht feststellbar, und es läßt sich nur spekulieren, daß möglicherweise ein “physiologisches Altern” der Population im Verlauf der Gradation oder verringerte Lebensfähigkeit infolge andauernder Thelytokie die Ursache war. Es ist jedoch sicher, daß dieses Phänomen neben der hohen Parasitierung am Zusammenbruch beider Massenvermehrungen wesentlich beteiligt war.
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The Physiology of Diapause in Arthropods
A. Glenn Richards · Annals of the Entomological Society of America · 1956 · 208 citations
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